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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin,
Nebenwirkungen von
Chemotherapien
Alle Chemotherapiemittel greifen nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde Körperzellen an und führen auf diesem Weg zu Nebenwirkungen. Verschiedene Chemotherapiemittel haben unterschiedliche Nebenwirkungsprofile. Durch eine geschickte Zusammensetzung verschiedener Medikamente kann die Wirkung auf den Tumor verstärkt werden, ohne dass die Nebenwirkungen in einem bestimmten Bereich unerträglich oder lebensgefährlich wird. Gegen
viele Nebenwirkungen von
Chemotherapien gibt es gute Hilfsmittel, diese reichen
von Medikamenten zur Stimulierung der Bildung von roten und weißen
Blutkörperchen über Medikamente gegen Übelkeit und
Ein nicht unwesentlicher Faktor in der Verträglichkeit von Chemotherapien ist die positive Einstellung des Patienten zur Therapie und die psychoonkologische Begleitung der Patienten. Nebenwirkungen: Die Gabe der Chemotherapie Chemotherapien werden meistens über eine Vene als Infusion, seltener als Injektion gegeben. Hierbei wird entweder eine kleine Verweilkanüle in eine Vene gelegt, bei einigen Chemotherapien ist es jedoch von Vorteil, wenn der Katheter in einer großen Vene liegt, also als zentral-venöser Katheter verwendet wird. Ein für die Patienten sehr komfortables Verfahren ist in diesen Fällen ein sog. Port, der mit einem kleinen, in örtlicher Betäubung durchführbaren Eingriff unterhalb des Schlüsselbeines eingesetzt wird und bei Bedarf mit speziellen Nadeln fast schmerzlos punktiert werden kann. Einige Chemotherapiemittel stehen in Tablettenform zur Verfügung. Die häufigsten Nebenwirkungen und Hilfestellungen, die Sie auch selber anwenden können: Nebenwirkungen: Veränderungen des Blutbildes Unter der Chemotherapie kommt es meistens zu einem Abfall der weißen Blutkörperchen, oft auch der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen. Dies können Sie selber praktisch nicht beeinflussen, wichtig ist die regelmäßige Blutbildkontrolle, Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wenn die Injektion von entsprechenden Wachstumsfaktoren erforderlich ist. Es gibt Hinweise, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung die Blutbildung unterstützen kann. Aus naturheilkundlicher Sicht wird oftmals die Anwendung von Mistel- oder Thymuspräparaten empfohlen. Diese haben bei den meisten Tumorerkrankungen keine negativen Auswirkungen auf die Chemotherapie. Vorsicht ist jedoch geboten bei Lymphomen und Leukämien, für die durch die Immunstimulation ein Wachstumsreiz entstehen könnte. Da bei einer starken Verringerung der weißen Blutkörperchen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, sollten Sie auch verstärkt auf Sauberkeit und Körperhygiene achten. Außerdem sollten Sie den Kontakt mit Personen, die einen Infekt haben, meiden, dies gilt auch für größere Menschenansammlungen und fremde Haustiere. Kommt es zu einer Verminderung der roten Blutkörperchen, einer sog. Anämie, so kann dies in ausgeprägteren Fällen zu einer Minderversorgung von Organen mit Sauerstoff führen. Dies äußert sich in Kurzatmigkeit, Schwächegefühl, Müdigkeit, evtl. auch Schwindelattacken. In diesen Fällen sollten Sie sich ausreichend Ruhephasen gönnen, evtl. müssen Sie körperliche Aktivitäten einschränken. Sie sollten mit Ihrem Arzt darüber sprechen, welche Therapie geeignet ist und ob ggf. eine Blutübertragung hilfreich sein kann. Kommt es zu einer Verminderung der Blutplättchen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind, so sollten Sie darauf achten, Verletzungsgefahren zu vermeiden, bei Zahnfleischbluten sollten Sie eine weiche Zahnbürste oder ggf. eine Munddusche verwenden. Nebenwirkungen: Fatigue Fatigue heißt Erschöpfung und Müdigkeit, sie tritt einmal zusammen mit einer Anämie, also Blutarmut, auf, sie kann aber auch durch die Krebserkrankung oder die Therapie direkt verursacht sein. Fatigue kann auch längere Zeit nach der Therapie anhalten, bei einigen Patienten bleibt sie über Monate und Jahre bestehen. Fatigue äußert sich in Müdigkeit, körperlicher Schwäche und Konzentrationsstörungen, evtl. auch in Appetitlosigkeit, allgemeiner Unlust. Ist eine Anämie als Ursache der Fatigue ausgeschlossen, so sollten Sie versuchen, Ihren eigenen Körperrhythmus zu finden und Ihre Energie für die Tätigkeiten aufzusparen, die Ihnen wichtig sind. Teilen Sie Ihren Tag so ein, dass Sie mehrere Pausen einlegen können. Grundsätzlich gilt, dass für Fatigue-Patienten leichte körperliche Aktivitäten in Form eines leichten Ausdauertrainings wie z. B. Spazierengehen und Rad fahren hilfreich sind. Viele Patienten schöpfen Kraft aus Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga und Meditationen. Eine
gesunde ausgewogene
Bei Fatigue ist es wichtig zu wissen, dass es sich um eine bei Krebspatienten häufige Folgeerscheinung handelt. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe und der Gedankenaustausch mit gleichermaßen Betroffenen kann hilfreich sein. Nebenwirkungen: Übelkeit und Erbrechen Viele
Chemotherapiemittel können zu Übelkeit und Erbrechen führen. In der Regel
bekommen Sie als Patient von Ihrem Arzt bereits zur
Chemotherapie Sollte
es nach dem ersten Zyklus der
Chemotherapie zu Übelkeit gekommen sein, so
sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren, damit er zum zweiten Zyklus die
Einige Patienten entwickeln schon vor Gabe der Chemotherapie Übelkeit, dies ist ein reflexartiger Mechanismus in Erwartung der einsetzenden Übelkeit. Hiergegen kann es hilfreich sein, zur Chemotherapie z. B. entspannende Musik zu hören oder ein schönes Buch mitzunehmen. Nach der Chemotherapie ist es sinnvoll, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, man sollte reichlich trinken, dies aber häufig in kleinen Portionen. Essen Sie das, worauf Sie Lust oder Appetit haben, vermeiden Sie stark riechende oder stark gewürzte Speisen. Gegen morgendliche Übelkeit kann etwas Zwieback oder Toast vor dem Aufstehen helfen. Bei Geschmacksstörungen empfinden einige Patienten das Lutschen von Pfefferminzbonbons als hilfreich. Hilfreich kann es auch sein, für angenehme Düfte in Ihrer Umgebung zu sorgen. Nach den Mahlzeiten sollten Sie versuchen, etwas Ruhe einzuhalten.
Nebenwirkungen:
Durchfall
( Bei
einigen Als Speisen geeignet sind leicht verdauliche Speisen mit hohem Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt, die jedoch nicht zu viele Ballaststoffe enthalten sollten. Süße und fetthaltige Speisen werden in der Regel nicht gut vertragen. Bei Durchfällen sollten sie koffeinhaltige Getränke, Alkohol und Nikotin vermeiden. Hilfreich sind fein geriebene Äpfel über den Tag verteilt. Nach jedem Stuhlgang sollte die Haut im Analbereich gut gesäubert und eingecremt werden. Wenn die Haut wund wird, können neben einer Wundcreme lauwarme Sitzbäder mit Kamillentee hilfreich sein.
Nebenwirkungen:
Einige
wenige
Chemotherapiemittel führen nicht zu
Durchfällen, sondern zur
Durch die Auswahl geeigneter Nahrungsmittel (fettarm und ballaststoffreich) können Sie selber bei der Therapie mithelfen. Auch sollten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Bewegung regt die Darmtätigkeit an, so dass Sie versuchen sollten, täglich ein oder zwei Spaziergänge zu machen. Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit Appetitlosigkeit ist ein Problem vieler Patienten unter der Chemotherapie, auch wenn keine Übelkeit oder Erbrechen bestehen. Länger bestehende Appetitlosigkeit führt zu Gewichtsverlust und Schwäche. Deshalb sollten Sie versuchen, über einen individuellen Ernährungsplan genügend Nährstoffe zu sich zu nehmen. Eine spezielle Krebsdiät gibt es nicht. Versuchen Sie, Speisen appetitanregend zuzubereiten. Versuchen Sie, möglichst vielfältig zu essen und achten Sie auf eine ausreichende Vitaminzufuhr. Denken Sie jedoch daran, dass es bei ausgeprägter Appetitlosigkeit sinnvoller sein kann, sich mit leichten Speisen wie Pudding, Milchspeisen, Milchshakes und Eiscreme zu ernähren als ganz auf das Essen zu verzichten. Nebenwirkungen: Entzündungen im Mund- und Rachenbereich Bei einigen Chemotherapien kann es zu Entzündungen der Mundschleimhaut kommen. Sind gleichzeitig die weißen Blutkörperchen vermindert, so besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn Entzündungs- oder Infektionsherde im Bereich der Zähne vorhanden sind. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Zahnarzt darüber. Außerdem sollten sie darauf achten, dass eine eventuell vorhandene Prothese gut sitzt und nicht zu wunden Stellen führt. Während der Chemotherapie ist eine gute Mundhygiene eine wesentliche Voraussetzung. Sie sollten den Mund nach jedem Essen reinigen und hierbei eine weiche Zahnbürste oder Munddusche verwenden. Die Zahnbürste sollte häufig gewechselt werden. Auch Wattestäbchen können bei der Reinigung hilfreich sein. Bei Entzündungen im Mundbereich sollten Sie harte Lebensmittel sowie saure und scharf gewürzte Speisen vermeiden. Zum Mundspülen eignen sich Mundwässer, wobei Sie jedoch keine alkoholhaltigen verwenden sollten. Eine gute Möglichkeit zum Mundspülen bieten Kamillen- oder Salbeitee. Nebenwirkungen: Mundtrockenheit Mundtrockenheit kann unter der Chemotherapie, häufiger jedoch bei einer Bestrahlung auftreten. Hilfreich ist es hierbei, reichlich Flüssigkeiten zu trinken und immer ein Glas Wasser neben sich stehen zu haben. Ob Ihnen das regelmäßige Lutschen von zuckerfreien Frucht- oder Pfefferminzbonbons hilft oder das Kauen von Kaugummis, müssen Sie selber ausprobieren. In der Apotheke gibt es feuchte, wattestäbchenähnliche Träger mit Zitronengeschmack zum Anfeuchten der Mundschleimhaut. Ihr Arzt kann Ihnen auch künstlichen Speichel verschreiben. Nebenwirkungen: Haarausfall (Alopezie) Viele, aber keineswegs alle Chemotherapiemittel verursachen vorübergehenden Haarausfall. Davon sind in erster Linie die Kopfhaare betroffen, aber manchmal auch Augenbrauen, Wimpern oder Schamhaare. Meist beginnt der Haarausfall 2-3 Wochen nach Therapiebeginn. Fast immer wachsen die Haare nach Ende der Chemotherapie wieder nach. Häufig ist das Haar dann sogar kräftiger, dunkler oder lockig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob ein Haarausfall bei Ihrer Therapie wahrscheinlich ist. In diesem Fall sollten Sie sich bereits zuvor eine Perücke, die Ihrem Haar genau angeglichen ist, in einem entsprechenden Fachgeschäft aussuchen. Die Perücke kann vom Arzt verordnet werden, die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Während der Chemotherapie sollten Sie mit Ihren Haaren vorsichtig umgehen, also keine scharfen Shampoos verwenden, möglichst nicht fönen, keine Lockenwickler anwenden und nur vorsichtig kämmen. Auch das Färben der Haare während der Chemotherapie sollten Sie vermeiden. Nebenwirkungen: Haut- und Nagelveränderungen Einige
Chemotherapien führen zu Veränderungen insbesondere im Bereich der Hand- und
Fußflächen, dem sog. Hand-Fuß-Syndrom. Tritt dies ein, so sollten Sie mit Ihrem
Arzt darüber sprechen, damit er entsprechend die
Chemotherapie anpassen kann.
Handelt es sich nur um leichte Veränderungen, so können diese über die
Chemotherapiezeit hin toleriert werden. Sie bilden sich nach Ende der
Chemotherapie komplett zurück. Haben Sie eine Chemotherapie bekommen und wird danach eine Bestrahlung durchgeführt, so kann es zu einer entzündlichen Hautveränderung kommen, die ausgeprägter ist als bei alleiniger Strahlentherapie. Auch dies sollten Sie mit den behandelnden Ärzten besprechen, die Ihnen entsprechende Hautschutzpräparate verordnen können. Wird Ihre Haut trocken und entwickelt sich Juckreiz, so sollten Sie langes, heißes Baden vermeiden und eine rückfettende Salbe anwenden. Auch regelmäßige Anwendung von Creme und Lotion kann hilfreich sein. Parfüm, Au de Cologne und Aftershave mit Alkohol sollten vermieden werden. Nebenwirkungen: Sonnenlichtempfindlichkeit Während der Chemotherapie sollten Sie die direkte Einwirkung von Sonnenlicht in der Mittagszeit vermeiden. Tragen Sie entsprechende Kleidung, halten Sie sich hauptsächlich im Schatten auf oder verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor. Allgemein sollten Sie enge, einschnürende Kleidung vermeiden. Nebenwirkungen: Nerven- und Empfindungsstörungen und Muskelprobleme Einige Chemotherapiemittel führen zu Schädigungen der Nerven, insbesondere der langen Nervenfasern, die Hände und Füße versorgen. Am häufigsten sind die sensiblen Nervenfasern betroffen, so dass es zu Taubheitsgefühl, aber auch brennenden Schmerzen in Händen oder Füßen kommen kann. Bei einigen Patienten führt dies zu Schwierigkeiten beim Gehen, da das Tastempfinden der Füße beim Aufsetzen gestört ist oder zu Schwierigkeiten beim Arbeiten mit den Händen, insbesondere bei feinmotorischen Arbeiten. Entwickeln sich solche Störungen, so sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber reden, der ggf. die Chemotherapie anpassen muss. Wichtig ist zu wissen, dass sich die Störungen in den meisten Fällen nach einiger Zeit, in der Regel innerhalb eines Jahres zurückbilden. Bei Sensibilitätsstörungen sollten Sie darauf achten, Verletzungsgefahren mit den Händen zu vermeiden und nicht mit scharfen oder heißen Sachen zu hantieren. Haben Sie Sensibilitätsstörungen im Bereich der Füße, so sollten Sie auf Treppen und Leitern vorsichtig sein und sich sicherheitshalber festhalten. Außerdem sollten Sie festes, bequemes Schuhwerk tragen. Sind die Nervenschäden mit Schmerzen verbunden, so sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine geeignete Schmerztherapie reden. Umstritten ist, ob die Gabe von hoch dosierten B-Vitaminen gegen Sensibilitätsstörungen helfen kann, auch über die Infusion und anschließende Gabe in Tablettenform der Substanz Alphaliponsäure wird unterschiedlich berichtet. Ist eine Sensibilitätsstörung eingetreten, so können Sie versuchen, über gezieltes Tasttraining mit im Haus vorhandenen alltäglichen Gegenständen das Tastempfinden wieder anzuregen. Hierzu eignen sich weiche Bürsten, ein Sisalschwamm, Igelbälle, verschieden beschaffene Stoffe, aber auch das Spiel mit den Händen in einer Plastikwanne mit getrockneten Erbsen oder Linsen. Nebenwirkungen: Harnblasenentzündung Einige Chemotherapiemittel können zur Entzündung der Harnblase führen. Haben Sie beim Wasser lassen Beschwerden wie z. B. brennende Schmerzen, so sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Es muss ausgeschlossen werden, dass gleichzeitig eine Infektion besteht. In der Regel wird der Arzt bei Chemotherapiemitteln, die die Harnblase beeinträchtigen können, entsprechende Gegenmittel vor der Infusion und nachher geben. Sie selber können durch eine hohe Trinkmenge die Blase vermehrt durchspülen und somit einen Reiz durch konzentrierten Urin vermeiden. Übersicht über die Nebenwirkungen der wichtigsten Chemotherapiemedikamente
Bendamustin
Bleomycin
Busulfan
Capecitabin
Carboplatin
Chlorambucil
Cisplatin
Cyclophosphamid
Cytarabin
Dacarbacin
Docetaxel
Doxorubicin, liposomales
Doxorubicin, pegyliertes
liposomales
Epirubicin Die Verträglichkeit von 5-Fluorouracil ist genetisch bedingt unterschiedlich. Es ist möglich, vor Beginn der Therapie aus einer Blutprobe einen Test zu machen, ob die Verträglichkeit zu erheblichen Problemen führen wird. Dieser Test wird leider derzeit von Krankenkassen nicht bezahlt.
Gemcitabin
Hydroxyharnstoff
Ifosfamid
Irinotecan (CPT11)
Melphalan
Methotrexat
Mitoxantron
Oxaliplatin
Paclitaxel
Topotecan
Treosulfan
Vincristin
Vinorelbin
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